Notfall-Kinderzuschlag (KiZ)

Eltern, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. September 2020 KiZ beantragen, bekommen statt des KiZ den Notfall-KiZ. Bei Anträgen in diesem Zeitraum wird das Einkommen der Eltern nicht anhand der letzten 6 Monate, sondern nur anhand des letzten Monats geprüft. So kann besser auf kurzfristige Einkommenseinbußen reagiert werden und Familien können den KiZ möglichst zeitnah beziehen.

Außerdem wird beim KiZ in diesen Fällen das Vermögen nicht geprüft. Es reicht in der Regel aus, wenn die antragstellende Person erklärt, dass kein erhebliches Vermögen vorhanden ist. Der KiZ kann dadurch höher ausfallen. Die Regelungen erleichtern die Beantragung.

Den Notfall-KiZ kann man jedoch nicht zusätzlich zum Kinderzuschlag bekommen.

Anspruch auf KiZ haben Familien mit kleinem Einkommen. Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, wird für jede Familie individuell berechnet und hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder. Durch den Notfall-KiZ haben sich die Einkommensbereiche nicht geändert. Die folgenden Beispiele zeigen, wann Familien den KiZ bekommen können (Wohnkosten und Gehälter pro Monat):

  • Zahlt ein alleinerziehendes Elternteil ca. 500 Euro Warmmiete, kann der KiZ bezogen werden, wenn der Verdienst bei rund 1.300 bis etwa 2.000 Euro brutto (ungefähr 1.000 bis 1.400 netto) liegt (Kind: 6 Jahre).
  • Bei einer Warmmiete von ca. 800 Euro, darf das Bruttogehalt rund 1.200 bis rund 2.500 Euro (ungefähr 1.000 bis 1.700 netto) betragen. Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss kommen hier noch hinzu (Kinder: 6 und 8 Jahre).
  • Bei einer Paarfamilie mit zwei Kindern und einer Warmmiete von etwa 700 Euro darf das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 1.600 bis etwa 3.300 Euro (ungefähr 1.300 bis 2.400 netto) betragen (Kinder: 6 und 8 Jahre).
  • Bei einer Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf das Bruttogehalt rund 2.000 bis etwa 3.600 Euro (ungefähr 1.600 bis 2.600 netto) betragen (Kinder: 6 und 8 Jahre).
  • Zahlt eine Paarfamilie mit drei Kindern eine Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf sie rund 1.500 bis etwa 4.200 Euro brutto (ungefähr 1.200 bis 3.000 netto) verdienen (Kinder: 6, 8 und 10 Jahre).

Sie können mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse vorab prüfen, ob Sie Kinderzuschlag oder Notfall-KiZ bekommen können. Den Notfall-KiZ können Sie ebenso wie den Kinderzuschlag bei der Familienkasse online beantragen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass auch mit der angekündigten Gesetzesänderung aufgrund der Corona-Krise eine Einkommensprüfung stattfindet und somit entgegen anders lautender Aussagen in den sozialen Medien nicht jede Familie ohne weitere Prüfung KiZ erhält. Wir empfehlen Ihnen deshalb dringend, vor der Antragstellung immer die Voraussetzungen mit dem KiZ-Lotsen zu prüfen und dann erst einen Antrag zu stellen. Die Antragstellung geht am einfachsten bei der Familienkasse online.

Eltern erhalten Kinderzuschlag oder den Notfall-KiZ für ihre unter 25 Jahre alten Kinder, wenn

  • diese Kinder in ihrem Haushalt leben und weder verheiratet noch verpartnert sind,
  • sie für diese Kinder Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung, zum Beispiel aus dem Ausland, bekommen,
  • sie als Paar mindestens ein monatliches Brutto-Einkommen von 900 Euro oder als Alleinerziehende in Höhe von 600 Euro haben,
  • sie genug Einkommen für sich selbst haben und zusammen mit dem KiZ den Bedarf ihrer Familien decken können und
  • ihr Einkommen, das auf den KiZ angerechnet wird, nicht so hoch ist, dass sich der KiZ auf null reduziert.

Seit dem 1. Januar 2020 können Eltern den KiZ auch erhalten, wenn sie mit Ihrem Erwerbseinkommen, dem KiZ und dem Wohngeld nicht mehr als 100 Euro unter dem SGB II-Anspruch bleiben.

Diese Voraussetzungen gelten alle auch für den Notfall-KiZ.

Eltern, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. September 2020 KiZ beantragen, bekommen statt des KiZ den Notfall-KiZ. Bei Anträgen in diesem Zeitraum wird das Einkommen der Eltern nicht anhand der letzten 6 Monate, sondern nur anhand des letzten Monats geprüft. So kann besser auf kurzfristige Einkommenseinbußen reagiert werden und Familien können den KiZ möglichst zeitnah beziehen.

Außerdem wird beim KiZ in diesen Fällen das Vermögen nicht geprüft. Es reicht in der Regel aus, wenn die antragstellende Person erklärt, dass kein erhebliches Vermögen vorhanden ist. Der KiZ kann dadurch höher ausfallen. Die Regelungen erleichtern die Beantragung.

Den Notfall-KiZ kann man jedoch nicht zusätzlich zum Kinderzuschlag bekommen.

Auch die Lebenslage von Eltern, die aktuell schon Kinderzuschlag bekommen, wird besser erfasst.

Wenn Sie nicht den höchstmöglichen KiZ von 185 Euro beziehen und Ihr Einkommen hat sich verringert, können Sie einmalig in den Monaten April oder Mai einen Antrag auf Überprüfung bei Ihrer Familienkasse stellen. Der KiZ wird anhand des letzten Monats vor Antragstellung geprüft und neu berechnet.

Eine Anpassung der Höhe des KiZ erfolgt nur, wenn die Überprüfung einen höheren Betrag ergibt. Eltern, die den Antrag auf KiZ bereits vor dem 1. April 2020 gestellt haben, die aber noch keine Bewilligung erhalten haben, können ebenfalls einen Überprüfungsantrag stellen.

Eltern, die den KiZ beziehen und den Höchstsatz von 185 Euro erhalten, bekommen eine automatische Verlängerung der Leistung für weitere 6 Monate. Sie müssen keinen neuen Antrag stellen und keine neuen Nachweise vorlegen. So kann die Leistung leicht und ohne Unterbrechung gewährt werden.

Alle Regelungen für einen leichteren Zugang zum KiZ sind für den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020 vorgesehen. 

In der Regel wird der KiZ unverändert bis zum Ende des Bewilligungszeitraums gezahlt und Sie können im Anschluss den Notfall-KiZ beantragen, wenn ihr Bewilligungszeitraum vor dem 30. September 2020 endet. Wenn Sie den höchstmöglichen KiZ von 185 Euro pro Kind erhalten, wird Ihre Bewilligung ohne erneute Prüfung automatisch um weitere 6 Monate verlängert. So kann die Leistung ohne Unterbrechung gewährt werden.

Den Notfall-KiZ kann man jedoch nicht zusätzlich zum KiZ bekommen.

Im Rahmen der Corona-Krise wird der KiZ nun zu einem Notfall-KiZ. In der Zeit vom 1. April 2020 bis zum 30. September 2020 gelten also für die Einkommensberechnungen die Regelungen zum Notfall-KiZ. Für alle Anträge, die in dieser Zeit gestellt werden, ist nur das Einkommen in dem Monat vor Antragstellung maßgeblich.

Bei Anträgen ab dem 1. April 2020 wird das Einkommen der Eltern nicht – wie bislang – anhand der letzten 6 Monate, sondern nur anhand des letzten Monats vor dem Monat der Antragstellung geprüft. Insofern kann es sich bei einer Verringerung des Einkommens lohnen, einen Antrag auf KiZ erst im Monat danach zu stellen. Der sechsmonatige Bewilligungszeitraum beginnt in jedem Fall mit dem Monat der Antragstellung.

Beim Notfall-KiZ wird ebenso wie sonst beim KiZ geprüft, ob bereits ALG II (auch Hartz IV genannt) bezogen wird. Wenn ALG II bereits bezogen wird, kann zusätzlich kein KiZ bewilligt werden. Denn der KiZ dient dazu, Hilfebedürftigkeit im Sinne des ALG II zu verhindern. Wurde jedoch KiZ bereits bewilligt und treten Änderungen ein, so dass der KiZ nicht mehr ausreicht, kann man gegebenenfalls auch zusätzlich ALG II erhalten.

Den Notfall-KiZ kann man ebenso wie den KiZ bekommen, wenn man Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld (auch ALG 1 genannt) erhält, auch zum Beispiel, wenn man Elterngeld oder Krankengeld bezieht. Diese Leistungen werden als Einkommen berücksichtigt. Häufig wird neben dem KiZ oder dem „Notfall-KiZ“ auch Wohngeld bezogen. Zudem kann neben dem KiZ oder dem „Notfall-KiZ“ auch Unterhaltsvorschuss für ein Kind bezogen werden, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt oder zahlen kann.

Auch Selbstständige müssen, um den KiZ oder ab April den „Notfall-KiZ“ zu erhalten, mit ihrem Einkommen in dem Monat vor der Antragstellung in dem Einkommensbereich des KiZ liegen. Den KiZ können Eltern nur bekommen, wenn sie genug für sich selbst verdienen, aber das Einkommen nicht oder nur knapp für ihre gesamte Familie reicht.

Zum Nachweis des Einkommens sollten Selbstständige die Anlage zum Einkommen aus selbständiger Tätigkeit (KiZ 5a)  für den letzten Monat vor Antragstellung ausfüllen.

Nein. Der Kinderzuschlag oder der Notfall-KiZ für Familien mit kleinem Einkommen unterscheidet nicht danach, ob Paare verheiratet sind oder nicht. Entscheidend ist auch nicht, ob beide leibliche oder rechtliche Eltern sind. Maßgeblich ist, ob das Kind im Haushalt lebt, und die Eltern für das Kind Kindergeld bekommen.

„Erhebliches“ Vermögen liegt in der Regel dann vor, wenn die Summe des verwertbaren Vermögens der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder 60.000 Euro für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied sowie jeweils 30.000 Euro für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied übersteigt. Bei einer Paarfamilie mit zwei Kindern wären das 150.000 Euro. Wenn Sie weniger Vermögen haben, ist dies für den Bezug des Notfall-KiZ unschädlich.

Wenn Sie bereits einen Antrag auf KiZ gestellt haben und über diesen noch nicht entschieden wurde, brauchen Sie keinen neuen Antrag zu stellen. Sollten alle Nachweise beigefügt sein, kann die Familienkasse den KiZ berechnen. Wenn dies nicht der Fall ist, wird sich die Familienkasse bei Ihnen melden.

Sollten sich Ihre Einkommensverhältnisse jedoch seit der Antragstellung geändert haben, können Sie ausnahmsweise einen Antrag auf Überprüfung einreichen. Dann wird der KiZ anhand ihrer geänderten Einkommensverhältnisse ab dem 1. April 2020 berechnet. Diese Überprüfungsmöglichkeit besteht nur einmalig in den Monaten April oder Mai 2020.Sie müssen keinen zusätzlichen Antrag auf den Notfall-KiZ stellen. Die Familienkasse berücksichtigt automatisch die geänderten Regelungen zur Einkommensberücksichtigung.

Eltern, die bereits KiZ beziehen, können einen Überprüfungsantrag stellen und dann gegebenenfalls einen angepassten, höheren KiZ beziehen. Sie können jedoch nicht zusätzlich zum angepassten KiZ noch eine automatische sechsmonatige Verlängerung der Leistung bekommen.

Sie können jedoch jederzeit nach Ablauf des Bewilligungszeitraums erneut Kinderzuschlag beantragen.

Eltern, die weniger als 185 Euro KiZ bekommen oder nicht für alle Kinder den Höchstbetrag von 185 Euro beziehen, erhalten keine automatische sechsmonatige Verlängerung. In diesen Fällen könnte eine Verlängerung einen Nachteil für die Eltern haben, da sie nach einem neuen Antrag und einer neuen Berechnung gegebenenfalls mehr KiZ erhalten können.

Der KiZ bewegt sich in bestimmten Einkommensbereichen. Insofern können sich unterschiedliche Betrachtungszeiträume für die Prüfung des Einkommens positiv, aber auch negativ auf die Leistung auswirken. Wir stellen aber sicher, dass Eltern, die schon KiZ beziehen und einen Überprüfungsantrag stellen, durch den Notfall-KiZ nicht schlechter gestellt werden.

Die Familienkassen werden die Bearbeitung der Anträge so steuern, dass die Berechtigten, bei denen sich ein Anspruch abzeichnet, möglichst zeitnah eine Entscheidung erhalten. Die Familienkasse wird kurzfristig zusätzlich Personal einsetzen, um das Mehr an Anträgen – auch infolge der Krise – zu bewältigen.

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